Vom Hafen in die Wüste

Tag 16: Unterwegs im Gelobten Land

Das wichtigste in Kürze:

  • Start: Haifa / IL
  • Ende: Kalya Beach / IL
  • Durchquerte Länder: IL
  • Gefahrene km:  ca. 240
  • Übernachtung: 0 Euro für Campen
  • Erfüllte Missionen: 0

Unser erster richtige Tag in Israel begann mit einem ziemlich königlichen Frühstück. Nie hatten wir auf der Reise besser gefrühstückt und würden wir alles aufzählen was es gab, wäre der Artikel der längste, den wir geschrieben hätten 🙂
Anschließend haben wir uns auf den Weg Richtung Hafen gemacht, wo wir die Autos aus dem Zoll holen wollten. Vom OK wurde ein Bus angeboten, der vom Busbahnhof um 6.00, um 7.00, um 7.30 um 8.00 und um 8.45 Uhr Richtung Fähre fuhr. Bei uns im Team gab es etwas Verwirrung und so sind 2/3 um 8.45 Uhr direkt zum Hafen und 1/3 zum Busbahnhof. Nichtsdestotrotz sind wir fast gemeinsam am Hafen eingetroffen und waren erst einmal dem Chaos ausgesetzt. Wir kamen nicht auf das Hafengelände. Der Zoll wollte Geld. Und zwar mehr als vorab eigentlich angekündigt war. Das ganze hatte die Gemüter teilweise ziemlich erregt. Es war überhaupt nicht klar, wer was wann machen, bzw. bezahlen muss und wie alles dann auch ablaufen soll. Nach langem hin und her durften wir uns endlich zu unseren Autos bewegen und waren ziemlich erleichtert, dass alle komplett angekommen waren und bereits auf uns gewartet haben. Nach einer etwas längeren Einreiseprozedur ( die Wagen wurden durchsucht, man hat uns einen israelischen Führerschein ausgestellt und wir mußten die ein oder andere Frage beantwortet) ging es dann auf die israelischen Straßen. Plötzlich mußten wir uns damit wieder an Verkehrsregeln gewöhnen.:-)
Wir haben uns auf den Weg nach Bethlehem gemacht. Die Fahrt dort hin war ziemlich anstrengend. Bei 39°C im Auto zu sitzen, OHNE Klimaanlage ist eine ganz schöne Tortour. Unsere elektronischen Geräte fanden das ebenfalls doof und ließen uns bei gefühlten 50°C hin und wieder im Stich.
Wir wollten uns eigentlich gerne noch Jerusalm anschauen. Da wir allerdings terminliche Verpflichtungen hatten, ging es schnell weiter und wir konnten um 17 Uhr den Check Point nach Palästina überqueren und waren damit auch gleich in Bethlehem. Dort wurden wir von Yaish Distributing Co. erwartet, einem Händler für Schaeffler Automotive Aftermarket Produkte. Rami Yaish hatte keine Mühe gescheut uns sein Land, die Geschichte und kulinarischen Köstlichkeiten näher zu bringen. Ein ausführlicher Bericht über unseren Besuch in Bethlehem folgt.
Nach unserem tollen Nachmittag in Bethlehem ging es dann mit Begleitservice nach Kalya Beach ans Tote Meer. Wir sind bei Nacht gefahren und haben von der Umgebung nicht viel gesehen. Aber die Ankunft am Toten Meer war toll. Wir haben es uns nicht nehmen lassen, nachts um 11 Uhr noch kurz ins Meer zu hüpfen und schwerelos unter dem Sternenhimmel zu schweben. Tolles Gefühl. Zum Abschluss noch ein Bier, das allerdings haben sich die Israeli teuer bezahlen lassen: 12 Euro für 0,33 Liter. Preislich gesehen war es das beste Bier, das wir je getrunken haben 😉

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Tag 17: Geburtstagsfeiern in der Wüste

Das wichtigste in Kürze:

  • Start: Kalya Beach / IL
  • Ende:  Al Mafraq / JO
  • Durchquerte Länder: IL, JO
  • Gefahrene km:  ca. 277
  • Übernachtung: 0 Euro für Campen
  • Erfüllte Missionen: 0

Unser Tag begann mit einer Runde schwimmen im Toten Meer. Wobei man ja nicht wirklich schwimmen kann, sondern eher wie ein Korken an der Wasseroberfläche treibt 😀
Anschließend ging es weiter. Wir mußten Israel leider schon wieder verlassen und haben uns auf den Weg Richtung Jordanien gemacht. Wir fanden die Zeit in Israel etwas zu kurz und wären gerne noch etwas geblieben. Aber wir mußten weiter. Noch in Israel ist uns leider der Sprit beim T4 ausgegangen und wir mußten mal eben an den anderen Fahrzeugen etwas Diesel abpumpen.  Mittlerweilen waren wir in einer total anderen Welt angekommen. Unsere Umgebung schimmerte plötzlich in allen möglichen Brauntönen. Beige, Ocker, Hellbraun, Dunkelbraun. Wüste, Sand, Geröll. Wenige Sträucher, ein paar Tiere. Alles eher karg und die Temperaturen nah an der 40. In den Autos selber war es unerträglich heiß. Unser Wasser hatte Temperaturen um die 50°C und war nicht mehr wirklich erfrischend.
CA. 80 km nördlich von Kalya Beach haben wir mit den anderen Rallye Teams die jordanische Grenze überquert und wurden dort sehr freundlich von den Zollbeamten begrüßt. Ausnahmsweise durften wir alles fotografieren.
Nachdem uns in Israel (NICHT Palästina) die Leute gefühlt eher reserviert begegnet sind, waren die Jordanier wieder deutlich offener und eindeutig freundlicher. Die Organisation in Jordanien war allerdings eher mau. Es gab wenig Schilder und das Roadbook war nicht wirklich hilfreich.Von der Grenze ging es entlang der syrischen Grenze Richtung Wüste. Nach einer Irrfahrt durch Irbid, wo wir unglaublich viel Zeit haben liegen lassen, sind wir irgendwann einer Gruppe Rallyefahrzeuge gefolgt, in der Hoffnung, dass der Vorderste weiß wo es lang geht. Das war nur bedingt der Fall 😉 Aber nach ein paar U-Turns, haaresträubenden Stoppmanövern auf dem Highway, der ein oder anderen Polizeiescorte, viel raten und mit etwas Bauchgefühl sind wir dann doch irgendwann in unserem Wüstencamp angekommen. Es war ganz schön staubig und die Nacht ziemlich kalt. Weit und breit gab es keinen Strauch und vor allem die Mädchen durften beim Pinkeln gehen nicht zu schüchtern sein 😀
Unsere Nacht ging etwas länger, denn wir hatten ein Geburtstagskind dabei. Um 00.00 Uhr durfte Felix den Geburtstagshut aufziehen und seinen Geburtstagskuchen anschneiden. Seinen 30sten in der Wüste zu feiern ist sicher nicht das Schlechteste und zur Feier des Tages gab es noch ein für jordanische Verhältnisse luxuriöses Gut: einen guten Tropfen Alkohol!

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Tag 18: Ankunft in Amman

Das wichtigste in Kürze:

  • Start: Al Mafraq / JO
  • Ende: Amman / JO
  • Durchquerte Länder: JO
  • Gefahrene km:  ca. 168
  • Übernachtung: 0 Euro für Campen
  • Erfüllte Missionen: 0

Auf den 18ten Tag haben wir uns lange gefreut. Uns stand die Wüstenetappe bevor. Nach einem spartanischen Frühstück ging es mit allen anderen RAllyteilnehmern los auf die 17 km lange Wüstenstrecke. Quer über Sand, Schotter und Geröll, vorbei an BEduinen, Militärfahrzeugen und liegengebliebenen Rallye-Kollegen 😉 Unsere Fahrzeuge haben super durchgehalten und wir hatten alle Megaspaß auf der off-road Strecke. Felix war leider zweimal unfreiwillig vom Motorrad abgestiegen, hat sich zum Glück aber nie ernsthaft wehgetan. Dafür mußte Ronja etwas leiden und hatte nach dem zweiten Sturz einen kleinen Kühlerdefekt. Ansonsten sind wir alle gut durchgekommen. Außer ein bißchen Sand zwischen den Zähnen hatten wir nichts zu beklagen. Fast ein bißchen langweilig. Wir mußten nicht mal einen Reifen wechseln, obwohl wir gar nicht so zimperlich gefahren sind 🙁
Nach der Wüstenetappe ging es weiter Richtung Amman. Untwegs dann ein tragischer Verlust: die Winkekatze hat sich klammheimlich aus dem Staub gemacht und ist uns auf dem Highway abhanden gekommen. RIP Winkekatze. Du hast uns unterwegs viel Freude bereitet.
Die weitere Strecke nach Amman war anstrengend. Es war recht viel Verkehr und manchmal war es schwierig, alle beieinander zu halten. Unser Zwischenziel vor Amman war die Deutsche Universität und wir hatten wirklich große Probleme diese zu finden. Aber wir waren nicht die einzigen. Unterwegs haben wir viele Rallyefahrzeuge umher irren sehen und irgendwann waren wir ein recht großer Haufen planloser Rallyefahrer 🙂 Aber wenn wir uns auf eins verlassen können, dann darauf, dass man am Ende des Tages immer irgendwie ankommt 🙂 So auch bei der Deutschen Universität. Dort wußten wir nicht so richtig, was passieren soll, daher haben wir die Zeit hauptsächlich genutzt, das dortige WLAN in Anspruch zu nehmen und E-Mails zu checken. Zwei Stunden später haben wir uns dann auf den Weg weiter nach Amman gemacht. Nach zwei Motorradpannen: 1mal platter Reifen, 1 mal Motorrad überhitzt, sind wir in einem Park angekommen und haben dort unser Nachtlager aufgeschlagen.
Etwas überraschend dann die Einladung von Rifat Yaish & Sons Co. Wieder einmal hat uns das Schaeffler Netzwerk dazu verholfen, mit Einheimischen in Kontakt zu treten und wir waren wirklich dankbar dafür. Nach einem tollen Abend in einem Restaurant im Beduinen-Look sind wir todmüde und mit noch etwas Sand hinter den Ohren ins Bett gefallen.

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