Quer durch die Türkei

Tag 9 – Ab in die Hauptstadt

Das wichtigste in Kürze:

  • Start: Corum / TR
  • Ende: Ankara / TR
  • Durchquerte Länder: TR
  • Gefahrene km: 266
  • Übernachtung: 0 Euro für Campen
  • Erfüllte Missionen: 0

Am Montag sind wir frisch geduscht aus Corum gestartet und haben uns auf den Weg nach Ankara gemacht. Die Jungs vom O-Team hatten bis zur Abfahrt ihren Mercedes richten lassen und damit waren alle Fahrzeuge wieder voll einsatzfähig.
Die Fahrt nach Ankara war unspektakulär. Richtig spannend wurde es dann wieder in der Stadt selbst. Autofahren in Kolonne ist wirklich eine kleine Herausforderung. Vor allem wenn man zur Hauptverkehrszeit einmal quer durch die Stadt muss. Den Weg zur Burg haben wir (bis auf den VW-Bus) noch zusammen gemeistert. Danach haben wir uns verloren und waren in drei Teams unterwegs durch die Stadt. Zum Glück sind meist irgendwo andere Rallye-Fahrzeuge unterwegs und wenn man so gar keine Ahnung hat, kann man sich einfach irgendwo dran hängen. Nach einigen wirren Wendungen durch die Stadt sind wir dann alle nacheinander im Atatürk Kulturzentrum eingetroffen. Hier muss nochmal erwähnt werden, dass das Mädchenauto mit Uta und Iris als erstes am Ziel war 😀
Wir waren alle ziemlich durchgeschwitzt. Duschen gab es keine, aber dafür ein paar Sprenkelanlagen. Wir freuen uns mittlerweilen über die kleinen Dinge des Lebens und eine Dusche unter der Sprenkelanlage, gemeinsam mit ca. 200 anderen Rallyeteilnehmern war das Beste, was wir uns hätten vorstellen können.

Wir haben die freie Zeit abends genutzt, mal ein bißchen Wäsche zu waschen. Zum Essen gab es leckere türkische Spezialitäten. Martin hatte außerdem eine kleine Auswahl an schottischen Whiskeys dabei und so gab es ganz exklusiv noch eine kleine Whiskey-Verköstigung.  Leider hat das Wetter uns einen kleinen Strich durch die Rechnung gemacht und unser gemütliches Beisammensein wurde jäh durch ein Unwetter zu Nichte gemacht.

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Tag 10 – Straßen-Roudies

Das wichtigste in Kürze:

  • Start: Ankara / TR
  • Ende: Ulubey / TR
  • Durchquerte Länder: TR
  • Gefahrene km: 477
  • Übernachtung: 0 Euro für Campen
  • Erfüllte Missionen: 0

Unsere Etappe begann am Kulturzentrum in Ankara mit einem Le Mans Start. D.h. alle Teilnehmer stellten erst die Fahrzeuge in einer Reihe auf und sich dann ca. 30 m davor, ebenfalls in einer Reihe. Nach einem Countdown ging der Run auf die Fahrzeuge los und anschließend gab es ein kleines Wettrennen einmal um den Ring. Wir waren natürlich mittendrin und hatten Riesenspaß am Drängeln, Hupen, Gasgeben mitten in einem Pulk. Wahnsinn, dass so wenig passiert 🙂 Alle sind eher nachsichtig mit ihren Fahrzeugen. Es wird angerempelt, gestupst und geschupst von allen Seiten. Eine weitere Delle mehr oder weniger macht den Fahrzeugen eh nichts aus.
Nach dem Wettrennen dann wieder Richtung Süden.

Wir hatten noch ein  ziemliche Strecke vor uns und mußten bis nach Ulubey. Die Fahrt war schön, aber anstrengend. Es ist heiß und in den Fahrzeugen wird es ganz schön warm.
Es scheint übrigens so, als wäre in der Türkei die ganze Polizei mobilisiert worden um uns den Weg zu weisen. Überall stehen unsere Freunde und Helfer und zeigen uns wo es lang geht oder sperren gleich mal ganze Straßen, um uns durchzulassen. Auch die Einheimischen in den Dörfern helfen und winken, wenn wir planlos durch die Straßen gurken und mal wieder nicht wissen wo es lang geht.
Die Kinder entlang der Strecke sind teilweise schon ziemlich konditioniert und wissen, dass sich in vielen Autos ein paar goodies befinden. Mit ausgestreckten Händen rennen sie auf unsere Fahrzeuge zu und wollen alle etwas haben 😉 Wir sind allerdings alle unsere goodies schon losgeworden und können nicht mehr anbieten als ein shake-hands.
Irgendwo unterwegs haben wir eine kurze Pause eingelegt und ein paar türkische Köstlichkeiten zu uns genommen. Danach ging es weiter ohne Pause bis nach Ulubey. Dort eine kurze Shoppingtour und  ab ging es zum Campingplatz am Canyon. Die Aussicht vom Campingplatz auf den Canyon war wunderschön, die Aussicht auf die Toiletten eher weniger 🙂 Nach eine zwei Gläschen Raki ging es dann ins Bett.

IMG_8372DSC02232 20150520_07572720150520_074807Tag 11 – Off-road durch den Canyon

Das wichtigste in Kürze:

  • Start: Ulubey / TR
  • Ende: Alasehir / TR
  • Durchquerte Länder: TR
  • Gefahrene km:  179
  • Übernachtung: 13 Euro für Hotel
  • Erfüllte Missionen: 2. #40, #47

Halbzeit. Unsere 11 Etappe begann mit einem Stopp in Downtown Ulubey, wo wir unsere Bretter abgeben mußten, die wir in Oberstaufen aufgeladen hatten. Mit den Brettern werden in Ulubey Parkbänke gebaut. Diese sollen dann bald in der Allgäu-Orient-Rallye Straße aufgebaut werden, die demnächst eingeweiht wird 😉 Mit den Brettern haben wir unsere letzte Last abgelegt, die wir in Oberstaufen aufgebürdet bekommen haben. Ok, fast. Wir schleppen immer noch ein paar Paletten Sultan Cola mit uns herum. Davon hatten wir ca. 20 in den Autos verteilt. Diese hätten eigentlich in Istanbul eingesammelt werden sollen, aber bei uns ist nie jemand vorbei gekommen, daher sind zum heutigen Tage immer noch ca. 4 Paletten vorhanden. Der Großteil von uns hat sich an den Geschmack gewöhnt und voller Begeisterung stürzen sich vorrangig die Jungs bei jeder Pause auf die lauwarme Cola 🙂
Nachdem wir mal wieder ewig viel Zeit vertrödelt haben, sind wir mittags irgendwann aufgebrochen, die Canyon-Etappe anzutreten. Mit allen Fahrzeugen ging es auf die Off-road Strecke und durch den zweitgrößten Canyon der Welt. Es war unheimlich staubig und wir wußten irgendwann nicht mehr, ob wir jetzt sonnengebräunt oder einfach nur schmutzig waren 😉 Aber das Fahren über Stock und Stein hat unheimlich Spaß gemacht. Landschaftlich war der Canyon ein weiteres Highlight auf unserer Reise.
Wir sind alle mehr oder weniger gut durchgekommen.
Günter ist unterwegs kurz Stecken geblieben, wurde aber mit viel Manneskraft wieder zurück auf die Strecke gebracht.
King Julien hat in der Wasserpfütze sein Unterbodenblech verloren und Henning hat beim Wenden leider etwas die Kontrolle über seine Kleo verloren und mußte diese der Schwerkraft überlassen. Der abgebrochene Bremshebel war schnell repariert.
Ein paar Meter weiter hatte dann Kaan einen Plattfuß. Aber im Reifenwechseln sind die Jungs spitze und so blieb nur wenig Zeit für eine Runde Chai mit den Einheimischen, bevor es weiter ging. Überhaupt wird uns dieses Chai trinken in Deutschland wohl etwas fehlen. Überall gekommt man das heiße, süße Gesöff und wir sind alle mittlerweilen ein großer Fan vom türkischen Nationalgetränk 🙂

Als eine der letzten haben wir den Canyon hinter uns gelassen und waren überzeugt, die noch verbleibenden 70km in null komma nix  hinter uns lassen zu können. Aber da hatten wir die Rechnung mal wieder ohne die Organisatoren gemacht. Einfach wäre zu einfach. Im Zick-Zack wurden wir durch die Dörfer gelotst und unterwegs von Kühen und Hunden angegriffen. Irgendwann hatten wir es dann auch nach Alasehir geschafft. Der Campingplatz war uns zu teuer, außerdem hatten wir alle ein Dusche dringend notwendig. Kudret hat sich auf die Suche nach einem Hotel gemacht und ist fündig geworden und hat das Hotel des Grauens entdeckt. Das war mit Abstand die übelste Unterkunft von allen, dafür auch die teuerste. Iris hat deswegen vorgezogen, im Auto zu schlafen. Alle anderen waren zum Glück zu müde, um sich über den Zustand des Hotels weiter Gedanken machen zu können.

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