Die letzten türkischen Tage

Tag 12: Reparatur-Pause in Tavas

  • Das wichtigste in Kürze:
  • Start: Alasehir / TR
  • Ende: Dalyan / TR
  • Durchquerte Länder: TR
  • Gefahrene km:  ca. 280
  • Übernachtung: 0 Euro für Campen
  • Erfüllte Missionen: 1

Am 21.05 sind wir Richtung Küste aufgebrochen. Unser Tagesziel war Dalyan. Wir sind vor der Meute losgefahren und die ersten km liefen ganz gut. Dann nach 70 km plötzlich die Nachricht aus dem BMW, dass die Kupplung hinüber ist. In Tavas haben wir nach längerem hin und her eine Werkstatt gefunden, die uns weiter helfen konnte. Wo wir schonmal dabei waren, sollten die sich auch gleich Juri einmal anschauen, da vom hinteren Rad seltsame Geräusche herkamen. Die Vermutung, dass das Radlager hinüber ist, wurde schnell bestätigt. Die off-road Piste hat also ihre ersten Tribute gefordert 🙂 Felix, Kudret, Uta und Iris sind in Tavas in der Werkstatt geblieben. Bruno, Kirsten, Henning, Martin, Balint, Jakob, Klaus und Kristof haben sich auf den Weg nach Süden gemacht, um das Nachtlager aufzuschlagen. Das Radlager war schnell repariert. Die Reparatur der Kupplung hat sich länger gezogen als erwartet. Türkische Werkstätten funktionieren dann doch etwas anders als die in Deutschland 🙂 Statt Hebebühnen gibt es Holzklötze, statt einem Werkstatt-Team gibt es eine One-Man Show, und Ersatzteile sind meistens erst später verfügbar als versprochen. Auch Preise variieren meiste während der Reparatur und auch unsere Reparatur hat am Ende statt ca. 400 Lira plötzlich 1.100 Lira gekostet. Das mit dem Verhandeln haben wir nicht so richtig drauf 🙁 Immerhin gab es zwischendurch Chai.

Später als erhofft sind dann alle in Dalyan eingetroffen. Die Stimmung war etwas am Boden. Mit etwas Bier, Schnaps und Wein ist der Abend dann aber doch noch ganz nett ausgeklungen. Endlich mal Zeit mit den anderen Teams so richtig einen drauf machen zu können. Wir waren froh, dass wir am nächsten Tag die Autos stehen lassen konnten und den Tag mehr oder weniger zu unserer freien Verfügung hatten.

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Tag 13: Seemeilen statt Kilometer

  • Das wichtigste in Kürze:
  • Start: –
  • Ende: –
  • Durchquerte Länder: –
  • Gefahrene km:  –
  • Übernachtung: 0 Euro für Campen
  • Erfüllte Missionen: 0

Der 13 Tag war der erste, an dem wir keinen einzigen km in unseren Autos gefahren sind! Wir sind gegen 8 Uhr aufgestanden. Zelte und Autos heizen doch sehr schnell auf, wenn es draußen warm ist und so macht ausschlafen nicht wirklich Spaß. Nach ein bißchen frühstücken, rumgammeln, am Fluß entlang laufen, lesen, dösen, Kaffee trinken ging es um 14 Uhr an Board eines kleinen Touridampfers. Der hat uns nach Turtle Island gebracht. Turtle Island ist, wie der Name schon sagt, ein Schildkrötenparadis. Wir haben allerdings leider keine einzige gesehen. Wir haben den Mittag am Strand verbracht und waren ein bißchen faul. Außerdem haben wir die Zeit genutzt und sind dem Wunsch des OKs nachgekommen, Müll zu sammeln. Die Insel war aber schon recht sauber und so war unsere Ausbeute eher mager 🙂

Der Tag war sehr entspannt und es tat ganz gut, einmal nicht unter Druck zu stehen und ein Ziel erreichen zu müssen 🙂 Und das gute: wenn man steht kann auch an den Autos nichts kaputt gehen .
Abends gab es in gemütlicher Runde noch eine deftige türkische Mahlzeit. Henning, Klaus und Jakob haben sich danach auf den Weg zum Barbier gemacht, die anderen sind früh ins Bett. Uns stand der letzte Tag mit der längesten Strecke bevor und wir hatten uns vorgenommen, früh aufzustehen.
Andere Teams waren bereits aufgebrochen um einen Teil der Strecke zurückzulegen. Aber das OK hatte die Bitte ausgesprochen NICHT früher aufzubrechen und vor allem nicht Nachts zu fahren. In Mersin gab es vor einigen Tagen einen Anschlag auf ein Wahlbüro. Die Polizei ist wohl derzeit mit anderen Sachen beschäftigt und so wollten wir keine unnötigen Risiken eingehen und lieber die hohe km-Zahl auf uns nehmen.Wir waren guter Dinge … hätten wir gewußt was kommt, hätten wir trotzdem nichts daran geändert 😀

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Tag 14:

Das wichtigste in Kürze:

  • Start: Dalyan / TR
  • Ende: Mersin /TR
  • Durchquerte Länder: TR
  • Gefahrene km:  720
  • Übernachtung: 0 Euro für 0 Schlaf
  • Erfüllte Missionen: 0

Tag 14 fing für uns früh an. Um 4 Uhr hat der Wecker geklingelt und um kurz nach 5 Uhr sind wir tatsächlich auf der Straße gewesen. um 9 UHr hatten wir bereits 222 km hinter uns gebracht. Es lief ausnahmsweise mal sehr geschmeidig und wir hatten die gute Hoffnung, dass es so weiter geht und wir frühzeitig in der Hafenstadt Mersin ankommen. Mittags haben wir einen Zwischenstopp in Antalya eingelegt und ein paar von uns waren kurz im Meer zum Abkühlen. Nach einem kurzen Snack ging es weiter.
Alle Teams hatten ungefähr einen ähnlichen Plan und selten sind wir unterwegs sovielen Teams begegnet. Sobald sich eine kleine Gruppe Rallyefahrzeuge an einer Ampel gesammelt hatte, begann in der Regel ein kleines Hupkonzert 🙂 Die Einheimischen haben sich gefreut und meistens fleißig mitgehupt.
Die Strecke ging entlang der Küste und war kurvenreich und ziemlich eng. Und mal wieder wunderschön. Eine richtige Rallyestrecke für Rallyefahrzeuge 🙂 Kleo, Ronja, Günter und Juri hatten sich etwas abgesetzt und daher erst etwas später mitbekommen, dass mit dem Mercedes etwas nicht in Ordnung ist.
Der ist leider liegen geblieben und wollte partout nicht weiter fahren. Da allerdings die Uhr getickt hatte und wir unbedingt den Fährhafen rechtzeitig erreichen wollten, haben wir entschieden, erstmal alle nach Mersin zu fahren und von dort aus zu entscheiden, wie es weiter geht. Der Mercedes wurde geschleppt (ADAC zahlt), die anderen sind gefahren. Unterwegs ist leider hieß es mal wieder „Motorrad down“. Felix ist aus der Kurve gerutscht und hat das Kühlsystem der Yamaha etwas durcheinander gebracht. Reparaturfall Nr. 2. Damit war es wirklich kein guter Tag für unseren Fuhrpark.
Gegen 22.30 Uhr waren alle am Hafen. Für den Mercedes gab es mittlerweilen zweierlei Optionen:
Option 1: wir schleppen das Auto mit, ziehen es durch Israel und überlassen es an der jordanischen Grenze seinem Schicksal.
Option 2: wir lassen das Auto in der Türkei, räumen um, kümmern uns um den Papierkram und scheren uns nicht weiter um das Fahrzeug.
Option 1 war relativ schnell vom Tisch: laut OK war die Strecke in Israel zu anspruchsvoll um ein Anhängsel mitzunehmen. Blieb also nur die zweite Option, damit war die Entscheidung schnell getroffen. Balint und Kristof haben sich nur ungern von ihrem Boliden getrennt, aber es blieb nichts anderes übrig. Nach einer kurzen Umpackeinlage war es dann soweit: der Benz war Geschichte und die restlichen Fahrzeuge fertig für die Fähre.

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